Zum Inhalt: "Woman" knallt zunächst voll auf die Zwölf, überrascht aber immer wieder mit fast balladesken Einschüben, in denen Sänger Peavy von hoher Kopf- auf mittlere Bauchstimme umschaltet (und umgekehrt). Ein Fest für Metaller! "Ashes" kommt etwas experimenteller daher und wimmelt von interessanten Wendungen und Breaks, ohne in reines Prog-Gefiedel zu verfallen. Ebenfalls Höchstnote! "Bottlefield" ist ein nicht ganz ernst gemeintes Remake des AVENGER-Stücks "Battlefield" (AVENGER war der Vorläufer von RAGE.), das nicht nur die Nackenmuskeln, sondern auch das Zwerchfell beansprucht. "Waiting For The Moon" ist ein catchy Melodic-Metal-Piece, das von der vorangegangenen LP "Reflections Of A Shadow" übernommen wurde (Über dieses Album wird in dieser Rubrik auch noch zu reden sein!). Und bei "What's Up?" handelt es sich um ein locker flockiges Instrumentalstück, mit dem sich die Musiker Peter "Peavy" Wagner (bg, voc), Manfred "Manni" Schmidt (g) und Christos "Chris" Efthimiadis (dr) gerne mal "warmspielten", worüber einem als fassungsloser Normalhörer immer wieder vor Staunen die Kauleisten auseinanderdriften. Wenn es an "Extended Power" überhaupt einen Kritikpunkt gibt, dann ist es die Tatsache, daß RAGE daraus nicht eine reguläre LP gemacht haben. Als lediglich "Tour-EP" ist das fast schon eine unglaubliche Verschwendung. Doch vielleicht ist es ja gerade die Kürze der Platte, die ihr diesen wahnsinnigen Drive beschert hat, alle Stärken der Band gebündelt und zur vollen Entfaltung gebracht hat... Das läßt sich aus heutiger Sicht schwer verifizieren. Fakt ist: Die Mini-LP hat uns mit Macht überrumpelt und den Namen RAGE auf unsere Favoritenliste katapultiert, wo er bis heute einen festen Platz hat. Zu kaufen gibt es "Extended Power" leider nicht mehr, die Songs sind lediglich als Bonustracks zur LP "Reflections Of A Shadow" auf CD wiederveröffentlicht worden, was Neuentdecker nicht nur um das geile Cover bringt... (kf) Manni über "Extended Power": Huuuuuu, das ist aber lange her! Ich weiß nur noch, dass das kurz vor der besten Phase damals war. Wir probten eh jeden Tag und irgendwann rief Karl Walterbach an und wollte "mal eben" 'ne EP von uns haben. Wir haben dann eine ganz neue Nummer ("Woman") geschrieben, mit "Ashes" einen "Leftover" vom "Secrets..."-Album verbraten und mit "Bottlefield" und "What's Up" noch zwei Spaßnummern zusammengeschraubt. Auf der CD steht zwar drauf, dass wir die in Berlin aufgenommen haben, aber ich bin mir da gar nicht mehr so sicher. Ich glaube, dass wir dafür nach Ulm gefahren sind, ins Studio der "Spider Murphy Gang". Lange her... Von der Stimmung her war damals alles bestens! Die Bedingungen stimmten, wir hatten gute Platten draußen und kamen allgemein gut an. Und das haben wir mit den Nachfolgern ja auch noch steigern können. Also, für eine spontan eingeworfene Scheibe haben wir, finde ich, gute Arbeit abgeliefert. |