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Bericht: Steffen Huth Fotos: Thorsten Murr, Pressefoto (oben) Ein Treffen mit der Gruppe Rockhaus in der Tonscheune von Rainer Oleak "Wir haben uns einfach zusammengesetzt, hier mitten im Raum, haben Mikrofone und Instrumente aufgebaut und alles mit einer 1980 gebauten 24-Spur-Bandmaschine aufgenommen."
Für ein paar handverlesene Journalisten öffnete Rainer Oleak am 11. Oktober 2011 seinen im Sommer fertiggestellten neuen Arbeits- und Hobbyraum. Deutsche Mugge war eingeladen und ließ sich so eine Gelegenheit natürlich nicht entgehen, und entsandte Thorsten Murr und mich, um einmal hinter die Kulissen dieser Musikproduktion zu schauen.
In der Tonscheune, so der Name, welche eine Mischung aus Musikstudio und Instrumentenmuseum ist, begrüßten uns dann Reini, Mike, Heinz, Beathoven und Manager Falcone von ROCKHAUS. Grund für ihre Einladung ins Studio ist die neue Platte, mit der die Band Anfang kommenden Jahres durchstarten will. ROCKHAUS sind die ersten Musiker, die in Oleaks neuem Domizil arbeiten dürfen, was insofern schon etwas Besonderes ist, da ROCKHAUS seit 1990 keinen fremden Produzenten an ihre Stücke gelassen hat. Warum ausgerechnet jetzt? "Wir haben Rainer Oleak bei Ostrock in Klassik kennen gelernt, wo er auch unsere Arrangements machte. Wir hatten sofort das Gefühl, dass er der Richtige ist, unsere neue, für uns sehr wichtige Platte, abzumischen", sagte Reini Petereit. Rainer Oleak, bei dem man das Gefühl hatte, dass er genau weiß, wie sich die neue Rockhaus-Scheibe mal anhören wird, meinte, "Na ja, die Aufgabe eines Produzenten ist ja nicht nur das Mischen. Es ist vielmehr die Intention einer Musik und den damit verbundenen Musikern deutlich heraus zu stellen." Und dann sprudelte es nur so aus ihm heraus: "Rockhaus ist eine archaische Band. Dies muss man auf der Platte hören ..." Wobei archaisch hier wohl mit urwüchsig übersetzt werden muss. "... und die Band lebt von der Interaktion der einzelnen Musiker ..." - hört, hört -
Das ist ja echt der Hammer! Bei den heutigen technischen Möglichkeiten? "Heute", sagte Oleak, "ist es doch kein Problem mehr, saubere Aufnahmen hinzubekommen oder technische Effekte einzubauen. Darum klingt ja auch oft der Refrain immer gleich. Wir haben uns hier bewusst auf das Wesentliche der Rockhaus-Musik reduziert und nicht den zehnten Overdub noch drauf gesetzt. Das wird man auf der Platte hören." "Aber es wurde doch nachbearbeitet", fragte der Laie in mir ... "Natürlich", lächelte Oleak, "Mike kann doch nicht gegen Heinz' Schlagzeug ansingen, und auch nach so langer Berufserfahrung ist er immer noch nicht mehrstimmig. Chöre und einzelne Sequenzen sind natürlich ergänzt worden." Und Heinz ergänzte: "Mein Schlagzeug stand hier in der Mitte und ich konnte Vollgas geben, so wie live eben ... woanders hat der Schlagzeuger die Titel vor der Endmischung nicht einmal gehört." "Diese Aufnahmen sind das Wichtigste was wir tun." Ole zeigte Fotos von den Aufnahmen, wie alle fünf Musiker zwischen Flügel und Mischpult saßen und Rainer hinter dem Mischpult an den Knöpfen drehte. Und jetzt durften wir hinter das Mischpult und hörten exklusiv einen Song vom neuen Album! Also, über Musik zu schreiben ist schon schwer, aber über Sound? Mich hat es schier in den Stuhl gedrückt, was aus den unzähligen Boxen zu hören war. Das war echt fett und hebt sich deutlich vom Sound der Vorgängerplatte "Positiv" ab. Und nach dem die Ohren einmal durchgepustet waren, fragte ich nach den Texten. "Bei dieser Platte", sagte Mike, "haben wir uns die Texte geteilt, das heißt, Reini hat sehr viel geschrieben, sodass es kein so deutliches Übergewicht von mir gibt. Inhaltlich haben wir einen weiteren Schritt getan. Erneut eine Platte wie 'I.L.D.' zu machen ergibt keinen Sinn. Wir sind heute älter, haben eben schon ein gewisses gelebtes Leben hinter uns. Das findet sich in den neuen Texten wieder."
Nun gab es belegte Brötchen, wir redeten noch über Musik im Allgemeinen und nach gut zwei Stunden bedankten wir uns zum Abschied. Als wir wieder draußen standen, wussten Thorsten und ich, was eigentlich schon immer klar war: Gute Musik braucht eine gute Produktion. Und dann fiel mir Reinhard Petereits Antwort auf meine Frage ein, die ich an den auch anderweitig viel beschäftigten Musiker richtete: "Rockhaus, Projekt oder Band?" Reinis Antwort: "Wir sind eine Band! Ein Projekt ist klar zu wenig! Diese Aufnahmen sind das Wichtigste was wir tun!" Auf das Ergebnis sind wir alle gespannt.
Vormerken: Die ROCKHAUS-Tour 2012: 03.02.2012 - Potsdam - Lindenpark 04.02.2012 - Großenhain - Kulturzentrum 16.02.2012 - Gotha - The Londoner 17.02.2012 - Glauchau - Alte Spinnerei 18.02.2012 - Dresden - Alter Schlachthof 24.02.2012 - Magdeburg - Hotel Maritim 25.02.2012 - Landsberg - Goldener Löwe 02.03.2012 - Leipzig - Theater Fabrik Sachsen 03.03.2012 - Adorf - Event-Center-Glashaus 04.03.2012 - Erfurt - Brettel 09.03.2012 - Schwerin - Speicher 10.03.2012 - Stralsund - Kulturschmiede 11.03.2012 - Rostock - Ursprung 15.03.2012 - Cottbus - bebel 16.03.2012 - Neuruppin - Stadtgarten 17.03.2012 - Hoyerswerda - Kulturfabrik 18.03.2012 - Berlin - Kesselhaus Kulturbrauerei Bitte beachtet auch: - off. Homepage von ROCKHAUS: www.rockhaus.net - Homepage von Rainer Oleak: www.oleak.de - Portrait über Rockhaus: HIER
Studio-Impressionen:
![]() Die Tonscheune von Rainer Oleak ![]() Der große Flügel in der Tonscheune (Foto: Steffen Huth) ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |